Was soll ich vorlesen?

Wenn alle drei Pelle-und-Pinguine-Bücher bereits vorgelesen sind (und das mehrfach) und auch der letzte kleine Scherz entdeckt ist (Ist das nicht von Monty Python? Ach nein, der Schiller war’s!), steht mancher vor der Frage: Und nun?

Ein beherzter Griff zu den alten und modernen Klassikern der Kinderliteratur (Nesbit, Grahame, Milne, Lindgren, Preußler, Ende, Dahl usw.) kann da die Rettung sein – falls das heimische Bücherregal sie hergibt (was in diesen coronageplagten Zeiten zu hoffen ist). Aber auch online lassen sich schöne Geschichten zum Vorlesen finden. Hier ein paar Tipps für 5- bis 8-Jährige, gefunden beim Stöbern im Projekt Gutenberg:
https://www.projekt-gutenberg.org/

Neben einer Fülle an Märchen und Fabeln aus aller Welt findet man hier auch die unverzichtbaren Märchen der Brüder Grimm und von Hans Christian Andersen:
https://www.projekt-gutenberg.org/autoren/namen/grimm.html
https://www.projekt-gutenberg.org/autoren/namen/andersen.html

Warum diese Märchen? Der Junge, der sich als Ameise in den Rockfalten von des Teufels Großmutter versteckt hält, während sie den Teufel ausfragt und ihm nach und nach die drei goldenen Haare ausreißt – dieser Junge war ich. Und das Kind, das dem Kaiser und allen Umstehenden zuruft: „Aber er hat ja gar nichts an!“ – dieses Kind war ich auch.

Dankenswerterweise sind beim Projekt Gutenberg auch die Bildergeschichten von Wilhelm Busch reichhaltig vertreten:
https://www.projekt-gutenberg.org/autoren/namen/busch.html

Man stelle sich vor, ein Kinderbuchautor würde es heutzutage wagen, seinem Verlag ein Manuskript anzubieten, in dem die beiden Hauptfiguren (noch dazu die einzigen Kinder) am Ende genüsslich durch die Mühle gedreht („Rickeracke! Rickeracke!“) und von Meister Müllers Federvieh aufgepickt werden – ei, ei, ei.

Auch „Peterchens Mondfahrt“ von Gerdt von Bassewitz ist hier zu finden, immer noch (vor-)lesenswert::
https://www.projekt-gutenberg.org/autoren/namen/bassewit.html
(Das Kapitel „Der Kampf mit dem Mondmann“ ist nichts für schreckhafte Kinder.)

Die Dschungelbücher von Rudyard Kipling sind eher für etwas ältere Kinder gedacht (übrigens: Der tapfere kleine Mungo, der in „Rikki-Tikki-Tavi“ das Kind vor den Schlangen rettet – der war ich auch). Genau richtig für 5- bis 8-Jährige sind aber Kiplings „Just so Stories“ – am bekanntesten daraus ist wohl „Wie das Elefantenkind seinen Rüssel bekam“. Dieses Geschichtenbuch gibt es unter verschiedenen deutschen Titeln und Übersetzungen, ich kenne es noch unter dem etwas fragwürdigen Titel „Das kommt davon“. Hier bei Projekt Gutenberg ist das Buch als „Nur so Geschichten“ zu finden, nebst der englischen Originalfassung:
https://www.projekt-gutenberg.org/autoren/namen/kipling.html

Ca. ab 8 Jahren kann man es wohl auch einmal mit „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll probieren:
https://www.projekt-gutenberg.org/autoren/namen/carroll.html
Carroll selbst hat versucht, seine Alice für kleinere Kinder neu zu schreiben – das Ergebnis ist leider eine absolute Katastrophe.

Als wuchtvoller Vorleseklassiker voller Drama und Geschrei („Mehr, mehr!“) ist „Der kleine Häwelmann“ von Theodor Storm unverwüstlich – unbedingt empfehlenswert, dazu angenehm kurz:
https://www.projekt-gutenberg.org/autoren/namen/storm.html

Auch bei Johann Peter Hebel lassen sich für Kinder einige Perlen finden, im „Schatzkästlein des Rheinischen Hausfreundes“:
https://www.projekt-gutenberg.org/autoren/namen/hebel.html

Der Hausfreund? Aber ja, ja! Man denke nur an seine lehrreiche Geschichte „Seltsamer Spazierritt“:
https://www.projekt-gutenberg.org/hebel/hausfreu/chap154.html

Auf dem englischsprachigen „Project Gutenberg“ sind ebenfalls Kinderbücher auf Deutsch zu finden, dort auch zum Download in verschiedenen Formaten. Auf einer kompakten Seite sind alle deutschsprachigen Bücher und Hörbücher versammelt:
https://www.gutenberg.org/wiki/DE_Kinderbuch_(B%C3%BCcherregal)

Und wer nach englischsprachigen Kinderbuchklassikern sucht, wird hier in den virtuellen Kinderbuchregalen fündig:
https://www.gutenberg.org/wiki/Category:Children%27s_Bookshelf

Ich hoffe, ich konnte ein wenig behilflich sein und die eine oder andere Anregung hat ihr Ziel gefunden. Denn bis ein weiteres Buch von mir erscheint, wird es leider noch etwas dauern.

 

 

 


Weihnachten in Gefahr

Pelle und Pinguine – Weihnachten in Gefahr: Der dritte Band der Pelle-und-Pinguine-Reihe ist erschienen! Können Pelle und Pinguine Weihnachten retten? Nun ...

 

Pelle und Pinguine – Weihnachten in Gefahr
von Henning Callsen (Autor) und Sabine Wilharm (Illustrationen)
Hanser Verlag, München 2019, 120 Seiten

 

Ein fliegender Weihnachtspostbote stürzt – mitsamt Wunschzettel – auf der Eisscholle von Familie Eisbär ab. Als Pelle und Pinguine erfahren, wie wichtig Weihnachten für die Menschenkinder ist, begreifen sie: Der Wunschzettel muss unbedingt rechtzeitig zum Weihnachtsmann – koste es, was es wolle!

Jedoch, die Suche nach dem Weihnachtsmann gestaltet sich schwieriger als gedacht. Was nicht nur an Papa Eisbärs notorischer Orientierungsschwäche liegt, sondern auch an den hinterlistigen Sockentrollen, die den Wunschzettel stibitzen wollen. Und als Pelle und Pinguine nach einer ebenso erstaunlichen wie lehrreichen Odyssee (Wegweiser! Eisberge! Elche!) schließlich zum Weihnachtsmann gelangen, ist das Abenteuer noch längst nicht zu Ende ...

Eine turbulente, fantastische Weihnachtsgeschichte voller Dramen, Verwicklungen und überraschender Wendungen (ein wenig zarter Humor mag hier und da auch durchblitzen), geschrieben mit der Lust an blühendem Unsinn und philosophischen Querdenkereien:

 

„Also, ich finde, hier sieht es schon ziemlich nordpolig aus“, meinte Papa Eisbär und schaute über das Eis. „Der Weihnachtsmann kann nicht mehr weit sein.“

Aber Pelle und Pinguine konnten nichts entdecken, was nach Weihnachtsmann aussah.

„Vielleicht bist du zu weit gerannt, und wir sind schon nördlicher als der Nordpol“, sagte Pelle.

„Oder der Weihnachtsmann gehört zu denen, die man nicht findet, wenn man sie sucht“, meinte Pinguine. „So wie ein Nupsi.“

„Aber dann finden wir den Weihnachtsmann doch nie!“, sagte Pelle.

„Doch. Wir dürfen ihn nur nicht suchen, dann finden wir ihn bestimmt.“

 

Die Grundzüge der strikt evidenzbasierten Nupsi-Theorie werden natürlich (man denkt ja mit) ein paar Seiten vorher erklärt, ausgehend von der Erkenntnis: „Hm, da fehlt ein Nupsi!“ – Schließlich sollen die Kinder ja was lernen.

Ach ja: Eine kleine Schiller-Paraphrase gibt es auch wieder zu entdecken, sehr erbaulich. Na, und wer sie übersieht (dem Glücklichen schlägt bekanntlich keine Glocke), der erfreue sich einfach am Klang und Rhythmus der Worte. Denn darauf kommt's schließlich an.

 


Eine Leseprobe gibt es hier als PDF zu bestaunen:
https://files.hanser.de/Files/Article/ARTK_LPR_9783446264274_0001.pdf

Man sieht: Schon zu Beginn passiert allerhand. Da können zwei Dussel sich nicht einigen, ein seltsames Wesen wird erschaffen, eine Papaliege sorgt für gefährliche Begehrlichkeiten, und das Weise Walross  ... nun, verrückt geworden ist es keineswegs (nein, wirklich nicht).

Und dann die Illustrationen! Wieder einmal hat die wunderbare Sabine Wilharm ganz fantastische Bilder zu dem neuen Abenteuer von Pelle und Pinguine geschaffen! Derzeit (10/2019) sind die Bilder zu „Weihnachten in Gefahr“ leider noch nicht auf ihrer Website zu bewundern, wird aber wohl nicht mehr lange dauern. Umschauen kann man sich dort ja mal – lohnt auf jeden Fall:
http://www.s-wilharm.de/

 

 

Noch zwei Hinweise zu Lesungen (viele mache ich ja nicht):

Beim großen Vorlesetag am 18. November 2019 lese ich vormittags in einer Schule („geschlossene Veranstaltung“) und nachmittags öffentlich wohl noch woanders in Wien, die Planungen sind im Gange: https://www.vorlesefest.at/

Und für die Kinder in Süderbrarup und Umgebung: Am 19. Dezember kann man Pelle, Pinguine und mich in der dortigen Bücherei kennenlernen, bei einer Lesung aus „Weihnachten in Gefahr“. Könnte sich lohnen.

 

 

 


Pelle und Pinguine Lesung in Lübeck

Am Samstag, dem 7. September, lese ich ab 11 Uhr bei den Bücherpiraten in Lübeck aus „Pelle und Pinguine“.
https://buecherpiraten.de/de/termindetailseite/pelle-und-pinguine-3807

Ich freue mich schon sehr auf das Kinderliteratur-Festival – meine erste Lesung in Schleswig-Holstein! Und mal schauen, vielleicht lese ich sogar aus dem neuen 3. Band, der zwei Wochen später erscheint: „Pelle und Pinguine – Weihnachten in Gefahr". Aber das sollen die Kinder entscheiden.

Ich fürchte ja, für ein Weihnachtsbuch ist es im September noch etwas zu früh, und eigentlich würde ich gern aus dem 2. Band „Auch ein Eisbär geht zur Schule“ lesen: Mit dem ersten Tag von Pinguine am Nordpol – und mit der einbeinigen mumifizierten Ente (die natürlich etwas ganz anderes ist …).

Andererseits: Allzu weihnachtlich fängt der 3. Band nicht an, und auch vom Weihnachtsmann ist weit und breit noch nichts zu sehen – ja, Pelle und Pinguine wissen nicht einmal, dass es den gibt!

Und so heißt das erste Kapitel:

In dem noch niemand an Weihnachten denkt und ein Tumult den Nordpol erschüttert

Ein Tumult? Was für ein Tumult? Nun, zu dem kommen wir vielleicht am 7. September ... Ein Tumult, wie ihn der Nordpol noch nicht erlebt hat! Dabei fängt die Geschichte ein paar Seiten vorher ganz harmlos an:


Es war eine Zeit der Ruhe und des Friedens auf der kleinen Eisscholle am Nordpol, es war die Zeit vor Weihnachten. Und auch wenn hier niemand etwas wusste von dieser besonderen Zeit, so wurde doch überall emsig gebastelt und gewerkelt und gebaut, und gestritten wurde nur ganz, ganz wenig.


„Du Dussel, du hast doch keine Ahnung, wie ein Schneebär aussieht!“


„Selber Dussel! Das wird ja gar kein Schneebär, sondern ein Schneepinguin!“


„Das soll ein Schneepinguin werden? Ha, da lachen ja die Heringe!“


Und während Pelle und Pinguine sich weiter darüber zankten, wie ihr sensationelles Schneekunstwerk, das noch sehr an einen unförmigen Schneeklumpen erinnerte, einmal aussehen sollte, reparierte Mama Eisbär die Wand der Höhle, durch die Pelle und Pinguine gestern mit ihrem Surfbrett gekracht waren, und Papa Eisbär formte aus fest zusammengepresstem Schnee ein rätselhaftes Gebilde, von dem nur er selbst wusste, was es einmal werden sollte.

Tja, und dann ist da natürlich noch das Weise Walross, das auch nicht untätig ist und etwas baut, das noch Folgen haben wird ...

Wir sehen und hören uns in Lübeck bei den Bücherpiraten!

 

 

 

Auch ein Eisbär geht zur Schule

Band 2 der Pelle-und-Pinguine-Reihe ist erschienen – ja, es wird tatsächlich eine kleine Reihe! Schauen wir mal, wie weit sie uns führt (und wohin).

 

Pelle und Pinguine – Auch ein Eisbär geht zur Schule
von Henning Callsen (Autor) und Sabine Wilharm (Illustrationen)
Hanser Verlag, München 2018, 120 Seiten

 

Die Geschichte schließt direkt an Band 1 an: Pinguine ist am Nordpol – und nun? Familie Eisbär hat Pinguine adoptiert, sie hat jetzt eine Mama, einen Papa und sogar einen Bruder. Aber gehört sie wirklich hierher? Wie ist es, an einem Ort zu leben, der einem auf den ersten Blick vertraut erscheint und doch so fremd ist? Was sie alles zu lernen hat! Kein Problem, meint Papa Eisbär: Ein richtiger Eisbär kann alles – sogar wenn er ein Pinguin ist! Na denn.

Ein Buch knallvoll mit einer überraschenden, wendungsreichen Geschichte – und mit Bildern, Bildern, Bildern. Bei gleicher Seitenzahl wie Band 1 haben Sabine Wilharm und ich noch ordentlich was draufgepackt: mehr Bilder und mehr Buchstaben – den Kampf gegen überflüssigen Weißraum haben wir gewonnen!

 

Viel Spaß beim Lesen, Vorlesen und Bilder anschauen!

Eine Leseprobe gibt es hier als PDF:
https://files.hanser.de/Files/Article/ARTK_LPR_9783446260542_0001.pdf

Auf Amazon findet man in der dortigen Leseprobe auch das recht informative Inhaltsverzeichnis – für die, die wissen wollen, was es in dem Buch alles nicht gibt: So gibt es leider keinen Hering mit Himbeersaft, es wird nicht von den schmatzenden Schnipp-Schnapp-Krabben erzählt, und Papa Eisbär singt definitiv kein Gutenmorgenliedchen für kleine Eisbären (nein, wirklich nicht). Alles andere aber kommt schon vor.

Wer sich eine schöne Auswahl von 24 (!) der Illustrationen aus dem Buch anschauen möchte, wird auf der Website von Sabine Wilharm fündig:
http://www.s-wilharm.de/z1_d/kinPeP2/pep2-U1.html

Schwer zu sagen, welches Bild mir am besten gefällt – vielleicht das, in dem Mama Eisbär erfährt, dass Papa Eisbär nie in der Schule war (man erkennt das Bild sofort …). Wobei Papa Eisbär ja gleich klarstellt: „Was heißt hier nie, das stimmt ja auch nicht, einmal habe ich es fast bis halb hin geschafft!“

Anschauen kann man sich auch die Pelle-und-Pinguine-Website, die der Verlag eingerichtet hat – mit dem Anwachsen der Reihe wird auch sie sicher wachsen:
 https://www.hanser-literaturverlage.de/themen/pelle-und-pinguine

 Am besten aber, man schaut einfach mal in das Buch hinein. Sollte es auch in der nächsten Bücherei geben. Und wenn nicht: Mund aufmachen!

 

 

Auch ein Eisbär geht zur Schule als Hörbuch

Auch diesen Band gibt es als gekürzte Hörbuch-Fassung von Hörbuch Hamburg, gelesen von Felix von Manteuffel.

Pelle und Pinguine, Band 2 – Auch ein Eisbär geht zur Schule
von Henning Callsen (Autor) und Felix von Manteuffel (Sprecher)
Silberfisch bei Hörbuch Hamburg, Hamburg 2018, 1 CD, 84 Minuten Laufzeit


Kein Problem, sagt Papa Eisbär

Pelle und Pinguine – Kein Problem, sagt Papa Eisbär
von Henning Callsen (Autor) und Sabine Wilharm (Illustrationen)
Hanser Verlag, München 2017, 120 Seiten
ISBN 978-3-446-25688-0

Der erste Band der neuen Reihe um den kleinen Eisbären Pelle und das Pinguinmädchen Pinguine: mit Papa und Mama Eisbär, dem Weisen Walross, einem ziemlich gerissenen Madenhacker, dem Liebeskranken Lotsefanten und vielen mehr.

Ein Vorlesebuch für Kinder ab 5 Jahren, das auch Erwachsenen Spaß machen sollte.

 

Eine Leseprobe gibt es hier als PDF:

https://files.hanser.de/hanser/docs/20170710_2177115721-54_978-3-446-25688-0-Leseprobe.pdf

 

Dazu hat der Hanser-Verlag noch ein paar schöne Fotos von einzelnen Seiten gemacht, hier in der Bildergalerie zu fnden:

https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/pelle-und-pinguine-kein-problem-sagt-papa-eisbaer/978-3-446-25688-0/

Hier die Szene, in der Papa Eisbär für einen verkleideten Pinguin gehalten wird:

 

Und hier die Ode an die Fische, meisterhaft vorgetragen vom Liebeskranken Lotsefanten:

 

Einen schönen ersten Eindruck von dem Buch bekommt man in diesem Video:
https://www.youtube.com/watch?v=95S49UXdlKk

Viele der tollen Bilder aus dem Buch hat die Illustratorin Sabine Wilharm auf ihrer Website online gestellt:
http://www.s-wilharm.de/z1_d/kinPeP/pep-U1.html

Viel Spaß!

 

 

Kein Problem, sagt Papa Eisbär als Hörbuch



Pelle und Pinguine gibt es als gekürzte Fassung auch als Hörbuch von Hörbuch Hamburg in Kooperation mit Radio hr2kultur, gelesen von Felix von Manteuffel.

Pelle und Pinguine – Kein Problem, sagt Papa Eisbär
von Henning Callsen (Autor) und Felix von Manteuffel (Sprecher)
Silberfisch bei Hörbuch Hamburg, Hamburg 2017, 1 CD, 82 Minuten Laufzeit
ISBN 978-3-86742-357-1